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Das Bedürfnis zu philosophieren


Das Bedürfnis zu philosophieren. 
G.W.F. Hegel zum 250. Geburtstag

Nürnberg, Hotel Victoria
26.– 30. August 2020

Ein Spätzünder war er, dem Wein sprach er gern zu, schwer verständlich den Studenten sein breites Schwäbisch. Lange Zeit plagten ihn Geldnöte, denn er stammte aus kleinem Hause. Doch philosophisch wagte er das Maximum: die Welt auf den Begriff zu bringen. Und zwar in all ihren damals relevanten Facetten: in der Entwicklung von Erkenntnis und Wissen, in den Rechtsverhältnissen, der Moral- und Geschichtsphilosophie, des religiösen Bewusstseins und der Kunstauffassung. Alles folge einer vernünftigen Logik, und sie zu entwickeln und darzustellen sei die höchste Aufgabe der Philosophie. Hegel suchte die philosophische Weltformel.

In Nürnberg lebte Hegel acht äußerst ertragreiche Jahre. Neben seiner Tätigkeit als Rektor des Egidien-Gymnasiums verfasste er hier eines seiner Hauptwerke, die ›Wissenschaft der Logik‹.
Im Seminar konzentrieren wir uns auf Passagen aus Hegels Frühwerk, in denen er seine Erwartungen an das Philosophieren formuliert (Einleitung in das mit Friedrich Schelling herausgegebene ›Kritisches Journal der Philosophie‹ und Passagen aus der Differenzschrift). Zwanzig Jahre später hat der reife Hegel sein eigenes System vollendet und spricht dem Recht den Rang zu, als realisierte Freiheit eine Gestalt des objektiven Geistes zu sein. Heller kann der Gedanke eines Rechtsstaates nicht strahlen! Wir diskutieren dazu die berühmte Vorrede zu seiner Rechtsphilosophie, Hegels letzter Publikation – in stetem Seitenblick auf die aktuelle Bedrohung des Rechts in der Weltpolitik. Die Gesamtarchitektur des Hegelschen Systems zeichne ich Ihnen in einzelnen Darstellungen, in denen die Hauptwerke Hegels kursorisch zur Sprache kommen. Auch sollen Überlegungen zur Aktualität Hegels nicht fehlen! 

 

Seminarbeginn: Mittwoch, 26. August 15:00, Ende Sonntag, 30. August nach dem Frühstück
Teilnehmer: 10 - 15 Personen
Kosten: 890, EZ-Zuschlag 100