Philosophischer Salon: Leben im Zeitalter des Zorns
Antike Philosophen nannten die Wut einen vorübergehenden Wahnsinn. Heute nutzt man Wut als Köder (rage-bait), indem man absichtlich verletzende bzw. wütend machende
Online-Inhalte verbreitet. Das Ziel ist, starke Empörung hervorzurufen. Nutzer sollen das Material kommentieren, teilen und anklicken, nicht zuletzt um Werbeeinnahmen zu steigern.
Wir leben andauernd im „Zeitalter des Zorns“. Nach Pankaj Mishas brillanter Analyse aus dem Jahr 2017 hat sich diese Lage im Grunde noch verstärkt.
Die Anzahl der Zornbereiten nimmt kontinuierlich zu. Da keine(r) sich davon freisprechen kann, fordert diese Emotion zu näherer Betrachtung heraus.
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