| Internationale Gesellschaft für Philosophische Praxis | ||||||
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Für ein dialogisches Philosophieren:Die IGPP stellt sich vorEinladung zur Mitgliedschaft in der IGPP (Thomas Gutknecht, Präsident) Die Einladung zur Mitgliedschaft in der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis ist nicht die Aufforderung zur Identifikation mit einer speziellen Konzeption von Philosophischer Praxis. Mitglied zu sein bekundet in erster Linie ein Interesse daran, dass dem bloßen Wort „Philosophische Praxis“ nun ein vernünftiger, aber noch zu entwickelnder und zu klärender Inhalt zukommen soll, angesprochen in der Idee, dass den Menschen aus Ressourcen Hilfe gewährt werden kann, die in der philosophischen Tradition teils vorbereitet, teils ausgestaltet und in den Möglichkeiten des Philosophierens selbst stets gegeben sind. Was immer das Philosophische der Philosophischen Praxis heißen mag: hier begegnet Freiheit anderer Freiheit, und Freiheitsbegegnung wird Freiheitsbewegung. "Philosophische Praxis" lässt sich nicht reduzieren auf persönliche Lebensberatung. Philosophische Praxis ist verbunden mit Aufklärung, mit selbstkritischer Vernünftigkeit und Reflexion; sie bewährt sich im Menschsein, einem diesem entsprechenden "guten Leben" und findet eine Anfänge setzende Ausprägung in der „Lebensform“ der jeweils Praktizierenden und findet eine Anfänge setzende Ausprägung in der „Lebensform“ der jeweils Praktizierenden. Sie ist verbunden mit den Personen, die im Ereignis praktizierter Dialogik einander begegnen. Philosophische Praxis ist auch verbunden mit Bildung, sowohl als "pädagogische Philosophie" wie in unprätentiöser „Seelsorge“, einer rechten Sorge um das Seinkönnen. Philosophische Praxis ist daher in ihrer Mitte zwar nicht Therapeutik – aber deshalb nicht bloß strikt Gegenteil der bzw. Alternative zur Therapie, sondern selbst orientierend für Therapieformen. Jede ärztliche und psychologische Haltung weiß darum - und so sind Kliniker in besonderer Weise an Philosophischer Praxis interessiert. „Philosophische Praxis“ unterliegt nicht der Definitionsmacht einzelner, auch nicht einer Gesellschaft - weder von den Anfängen her noch heute. („International“ darf unsere Gesellschaft heißen, weil in ihr an Philosophischer Praxis und deren "Philosophie" Interessierte aus allen Welt- und Erdteilen Mitglieder sind. Natürlich kennt das Menschsein und die Humanität keine Grenzen kennen und deshalb est recht keine Nationen. In diesem Sinne wäre "inter-national" unpassend. Aber eben: am geschichtlichen Anfang dieser - ihrer Aufgabe nach wesentlich humanen - Initiative stand die Kooperation von Menschen verschiedener Herkunft und Nationalitäten. Die erste Vereinigung mit diesem Horizont war die GPP. Deren Begründer haben dies früh ins Bewusstsein rücken wollen und und auf die Bezeichnung IGPP gedrängt. Der Anspruch, verbindlicher exklusiver „Dachverband“ zu sein, ist damit nicht gegeben. Aber alle Praktikerinnen und Praktiker sind eingeladen, im Interesse der Sache in der IGPP mitzuwirken.) „Philosophische Praxis“ will den Menschen kraft all der Fähigkeiten dienen, die mit Freiheit und Vernünftigkeit kompatibel sind, die niemanden beschädigen, behindern, entmündigen, isolieren oder entsolidarisieren. Deshalb will die IGPP jene Tradition der Philosophie erneuern, welche den Menschen in der Fraglichkeit und Fragwürdigkeit des Menschseins gerecht wird – und deshalb will die IGPP schließlich auch all denen einen Ort des Austauschs und des Lernens anbieten, die sich in der genannten Weise beanspruchen lassen und die diesem Anspruch verantwortlich entsprechen möchten. Dies soll in der IGPP durch eine dialogische Haltung geschehen, sowohl in freundschaftlicher Wertschätzung des jeweiligen Mühens und Könnens, aber auch in kritischer Diskussion der jeweils persönlich zu gestaltenden und zu verantwortenden Praxisformen aller philosophierenden Mitglieder. Im Interesse der Menschen, die Beratung suchen, treibt die IGPP voran, was dem rechten Verständnis dieses Aufgabenbereichs dient. Dabei ist die IGPP weder ein Berufsverband noch eine autorisierte Anstalt zur Ausbildung und Zertifizierung. Zweifellos ist es Intention und Anspruch Philosophischer Praktiker: nicht nur überhaupt im Beratungswesen Dienstleistungen anbieten zu sollen, sondern – ohne privilegierte Zugänge zum Menschen und seiner (auch sozialen) Wirklichkeit zu usurpieren – in vielen Situationen tatsächlich die beste Adresse zu sein. Diese Zuversicht gründet im eigenen, philosophisch qualifizierten Umgang mit Verhältnissen, Dingen und Personen, den spezifischen Erfahrungen mit dem Denken und mit geistigen Übungen. Eine Basis ist u.a. die gut begründete Einstellung des Aristoteles: „Was einem Wesen von Natur eigentümlich ist, ist auch das beste und schließlich beglückendste. Für den Menschen ist dies das Leben nach dem Geiste, da ja dieses (Geistwesen) am meisten der Mensch ist… - sofern er aber auch Mensch unter Menschen ist und mit vielen zusammenlebt, wird er auch wünschen, die Werke der ethischen Tugend auszuüben… Wer denkend tätig ist und dies in sich pflegt, mag sich nicht nur der besten Verfassung erfreuen, sondern trägt auch am besten Sorge für das, was diese am meisten verdient.“ (NE, X 8.9.) Ironische KlarstellungBisweilen erreichen uns Anfragen derart: "Können Sie mir sagen, welche Vorteile ich durch eine Mitgliedschaft in der IGPP erwerbe?" - Antwort: "Es ist durch den kollegialen Dialog sicher nicht garantiert, aber doch gut möglich, dass Sie lernen, solche Fragen mit einer anderen Haltung zu vergessen. Vielleicht fragen Sie sich dann: Wie könnte ich im Rahmen der IGPP die Sache der Philosophischen Praxis zum Wohl der Menschen voranbringen? Wie könnte ich vorankommen als Person und Berater(in) im Austausch mit wohlmeinenden und wohltuenden Kolleginnen und Kollegen - damit ich selber gut tue? Wie und wo könnte ich mich dienend entfalten? Welchen Weg gebietet jene "liebende" Klugheit, die sich der Weisheit zu öffnen sucht?" - Oder weniger pathetisch: "Könnte man mich vielleicht brauchen bei der IGPP?" Auf dem Weg zur Philosophie philosophischer Praxis - Eine Einladung"Sektionen" - Wo fachliche Fähigkeiten in besonderer Weise gesucht sind...Ein Text zum Nachdenken aus der Feder von Arnold Gehlen Stichwort "Instititutionelles"(Aus: Anthropologische Forschung. Zur Selbstbegegnung und Selbstentdeckung des Menschen, Hamburg 1961, S.76f.): |
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